Die Coronavirus-Fälle werden in nächster Zeit stark zunehmen. Dabei sind die Intensivpflegekapazitäten mit einer genügend hohen Zahl an Intensivpflegebetten und Beatmungsplätzen entscheidende Faktoren. Das Gesundheitsdepartement BS hat in dieser ausserordentlichen Lage ein Versorgungskonzept im Sinne einer Verbundlösung erstellt. Im Zentrum des Konzepts steht das Universitätsspital Basel mit der grössten Isolierstation und den meisten Intensivpflegebetten. Das Bethesda Spital stellt zur Unterstützung seine personellen und materiellen Ressourcen zur Verfügung und baut gleichzeitig zusätzliche Isolierstationen auf.

 

Wir haben mit Rebekka Hatzung, Bereichsleiterin «Medizinische Services» (OP, Anästhesie, Überwachungsstation, Notaufnahme) und Mitglied der Spitalleitung gesprochen und sie gefragt, was aktuell zur Krisenbewältigung im Bethesda Spital unternommen wird.

Frau Hatzung, das Bethesda Spital übernimmt, neben vielen weiteren Spitälern eine wichtige Rolle in der Versorgung von Coronavirus-Patienten. Welche Massnahmen wurden konkret getroffen?

Vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt haben wir den Auftrag erhalten, die Aufrüstung an Beatmungsplätzen zu unterstützen. 

Um vor Ort jeweilig zusätzliche Beatmungsplätze aufbauen und betreiben zu können und auch anderweitig aushelfen zu können, haben wir unser Fachpersonal und unsere materielle Ressourcen, welche bei uns für Geburten und dringende Operationen nicht benötigt werden, zur Verfügung gestellt.

Ergänzend dazu wird im Haus eine Bettenstation für Personen vorbereitet, die nicht beatmungspflichtig sind.

Wir helfen also wo wir können.

 

 

 

Weshalb sind all diese Massnahmen denn notwendig?

Gemäss der drohenden Infektionsrate muss damit gerechnet werden, dass die bisherigen Intensiv- und Isolierstationen nicht ausreichen werden. In enger Zusammenarbeit bereiten wir uns alle auf den «Worst-Case» vor und schaffen damit weitere Intensiv- und Isolierstationen.

Wir im Bethesda Spital tun, wie alle anderen Gesundheitsinstitutionen auch, was wir können, die Krise schnellstmöglich zu bewältigen. Gleichzeitig halten wir selbstverständlich alle notwendigen Ressourcen für unsere Geburtenstation aufrecht und führen auch weiterhin dringend notwendige Operationen durch, die nicht verschoben werden können.

Gemäss der drohenden Infektionsrate muss damit gerechnet werden, dass die "konventionellen" Intensiv- und Isolierstationen nicht ausreichen werden.

Rebekka Hatzung, Bereichsleiterin «Medizinische Services» im Bethesda Spital

Haben Sie spezielle Vorbereitungen für und mit Ihrem Personal vorgenommen?

Eines unserer aktuellen Hauptziele ist, dass unser Personal weiterhin gesund bleibt. In der vergangenen Woche lag unser Fokus deshalb in der strikten Einhaltung der Hygienevorschriften und der Schulungen unseres Personals, welches sich intensiv auf den Einsatz vorbereitet hat.

Covid-19 stellt unser Personal jedoch nicht nur vor medizinische und organisatorische Herausforderungen. Das Coronavirus schlägt auch auf die Psyche. Für diese Fälle haben sich unsere Ethik-Kommission, der psychologische Dienst und auch die Seelsorge vorbereitet. Sie bieten unseren Mitarbeitenden jederzeit Hilfe an.

Wann rechnen Sie mit den ersten Corona-Patienten im Bethesda Spital?

Grundsätzlich hoffen wir alle, dass es nicht soweit kommt und die "konventionellen" Ressourcen ausreichen. Treffen die Prognosen jedoch ein -  womit wir wohl alle rechnen müssen - dürfte das in wenigen Tagen oder Wochen sein.

 

Es ist elementar, dass wir ALLE die Vorschriften des Bundes strikt einhalten, um die Infektionskurve schnell senken zu können: Bleiben Sie bitte zuhause – wir bleiben für Sie da.

Rebekka Hatzung, Bereichsleiterin «Medizinische Services» im Bethesda Spital
Unser medizinisches Pflegepersonal richtet sich mit dieser Botschaft an die Bevölkerung.

Gibt es noch etwas, was Sie aktuell beschäftigt?

Ja. Es ist mir ein Anliegen zu erwähnen, dass die Verantwortung nicht bei den Spitälern, sondern vor allem bei der Bevölkerung liegt und damit bei jedem Einzelnen von uns. Es ist deshalb elementar, dass wir ALLE die Vorschriften des Bundes strikt einhalten, um die Infektionskurve schnell senken zu können.

Deshalb im Namen aller Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ärzte: «Bleiben Sie bitte zuhause – wir bleiben für Sie da».

 

Danke für das Interview und Ihre wertvolle Zeit Frau Hatzung!

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