29. September 2026
(K)ein Hospiz in der Region?
Wieso fehlt in der Region ein Hospiz – ein Ort, an dem unheilbar Kranke bis zum Lebensende bleiben können? An der Palliativwoche widmet das Bethesda Spital dem Thema am 28. Oktober ein Podiumsgespräch und eine Ausstellung.
Was die Gäste am 28. Oktober erwartet, erläutert Chefarzt Prof. Dr. Jan Gärtner vom Palliativzentrum Bethesda Spital.
Herr Prof. Gärtner, die Wanderausstellung «Du zählst, weil du bist» zeigt die Entwicklung der Palliative Care von der Idee hin zu einem wichtigen Teil der modernen Medizin. Was hätte Cicely Saunders wohl an dieser Geschichte besonders beeindruckt?
Prof. Dr. Jan Gärtner: In der modernen Palliative Care kümmern wir uns um die Linderung von Leid, wenn nach Krankheiten wie Krebs, Herzschwäche oder Lungenerkrankungen keine Heilung mehr möglich ist. Oft sind betroffene Menschen schon Monate oder Jahre vor dem Tod deutlich in der Lebensqualität eingeschränkt. Ich denke, Cicely Saunders wäre stolz darauf, dass wir es mittlerweile geschafft haben, dass auch Patientinnen und Patienten, die nicht an einer Tumorerkrankung erkrankt sind, frühzeitig Zugang zur Palliative Care bekommen. Cicely Saunders wäre glücklich zu erfahren, dass es in fast allen gut entwickelten Ländern zahlreiche Hospize gibt – also Orte für die letzten Lebenstage besonders schwer betroffener Menschen, die nicht zu Hause oder in einem Pflegeheim sein können.
Gibt es auch etwas, was Cicely Saunders enttäuschen würde?
Sie würde sich wohl wundern, dass es ausgerechnet in einem wohlhabenden Land wieder Schweiz keine flächendeckende Hospizversorgung gibt. Und mehr noch: Im Gegensatz zu den Nachbarkantonen gibt es in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland zwar unser Palliativzentrum, unser Mobiles Palliative Care Team und andere palliative Angebote, aber überhaupt kein Hospiz.
Das Podiumsgespräch «(K)ein Hospiz inBasel?» thematisiert die Versorgungslücke. Was bedeutet diese für schwerkranke Menschen?
Besonders jüngere schwerkranke Patientinnen und Patienten, die bei uns im Palliativzentrum eine hochkomplexe Schmerztherapie erhalten haben, finden im Anschluss an die Behandlung nur schwer einen guten Ort, an dem sie ihre letzten Lebensmonate verbringen können. Alters- und Pflegeheime können diese Betreuung nicht gewährleisten, insbesondere dann nicht, wenn zunehmend schwere und komplizierte Verschlechterungen drohen.
Was lernen Gäste der Ausstellung und des Podiumsgesprächs dazu?
Sie werden am Beispiel Bern erfahren, wie Hospizversorgung auch in der Schweiz gelingen kann. Und sie werden hören, was wir in Basel tun, um die derzeitige Situation zu ändern. Besonders gerne werden wir auf die hoffentlich vielen, auch kritischen Fragen antworten.