Peripartale Depression – Trauer und Erschöpfung statt Mutterglück

Für die meisten Mütter ist die Geburt eines Babys ein freudiges Ereignis. Trotzdem können Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt an einer depressiven Störung leiden. Der Sammelbegriff dafür ist die peripartale Depression – man spricht aber auch von Schwangerschafts- oder Wochenbettdepression sowie vom Babyblues. Traurigkeit, Erschöpfung und Überforderung sind typische Symptome, die bis ein Jahr nach der Geburt auftreten können. Ursache der Depressionen sind einerseits die extremen hormonellen Veränderungen während und nach der Schwangerschaft, andererseits der psychologische Faktor der Umstellung des ganzen Lebens einer Frau durch ein Kind.

Der Babyblues ist nicht ungewöhnlich und dauert ein paar Tage.
Der Babyblues ist nicht ungewöhnlich und dauert ein paar Tage.
(shutterstock)

Vom hormonbedingten Babyblues bis zur schweren Psychose

Peripartale Depressionen kommen in verschiedenen Formen und Schweregraden vor. «Peripartal» bedeutet «um den Zeitpunkt der Geburt herum» (lat. partus, «Geburt») – dabei unterscheidet man die präpartale (auch: pränatale) und die postpartale (auch: postnatale) Depression vor und nach der Geburt. Sie können zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft bis zu einem Jahr nach der Entbindung auftreten.

Der Babyblues ist sehr häufig und tritt in den ersten 10 Tagen nach der Geburt auf. Meistens dauert er nur kurz, geht von allein wieder vorbei und äussert sich durch seelische Empfindlichkeit, plötzliche Stimmungsschwankungen und häufiges Weinen der frischgebackenen Mutter.

Bei der postpartalen bzw. postnatalen Depression, die im ersten Jahr nach der Geburt auftritt, kommen meistens mehrere Faktoren zusammen: Die Ursachen sind sehr individuell und können körperlicher, hormoneller, genetischer, psychodynamischer, sozialer oder gesellschaftlicher Art sein. Die Depression kann plötzlich oder schleichend auftreten und sich durch stärkere oder schwächere Symptome äussern.

Eine Sonderform der Depressionen rund um die Schwangerschaft ist die postpartale Psychose, die eine deutlich schwerere seelische Krankheit als die anderen Formen bezeichnet. Typische Symptome dieser Psychose sind Angstzustände, Unruhe- und Erregungszustände, Antriebssteigerung oder Teilnahmslosigkeit, Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Die postpartale Psychose kann im Extremfall sowohl für die Mutter wie auch für ihr Kind lebensgefährlich werden und muss so schnell wie möglich medikamentös, meistens während eines stationären Aufenthalts, behandelt werden.

Betroffene Frauen sollten sich unabhängig vom Schweregrad ihrer Schwangerschaftsdepression unbedingt Hilfe holen – peripartale Depressionen sind in den meisten Fällen gut therapierbar. Am Bethesda Spital verfügen wir über langjährige Erfahrung in diesem Gebiet und sind gerne für Sie da.

Wichtig zu Wissen

Erfahren Sie hier alles Wesentliche über die peripartale Depression und informieren Sie sich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei uns.

Wie äussert sich eine prä- oder postnatale Depression?

Die Symptome der verschiedenen peripartalen Depressionsformen können sehr unterschiedlich sein, sowohl in ihrer Ausdrucksform wie auch in ihrem Schweregrad. Typisch sind:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme
  • Stimmungsschwankungen, Traurigkeit und häufiges Weinen
  • vermehrte Reizbarkeit
  • Schlaf- und Appetitstörungen
  • körperliche Beschwerden
  • Antriebslosigkeit, Gefühl der Leere und Gefühlstaubheit; Unfähigkeit, Freude zu empfinden
  • ablehnende Gefühle gegenüber dem Baby
  • Schuld- und Versagensgefühle
  • Ängste und Panikattacken
  • sexuelle Unlust
  • Zwangs- und Suizidgedanken

Sind Sie unsicher, ob Sie an einer Form der peripartalen Depression leiden? Dann vereinbaren Sie einen Termin für eine Untersuchung!

Gemeinsam im Gespräch

Je früher die Diagnose einer peripartalen Depression gestellt wird, umso besser für Mutter und Kind. Zur Diagnose erhebt eine Fachperson unseres Teams der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik am Bethesda Spital die Krankengeschichte der Betroffenen. Ergänzend kann ein Selbst-Fragebogen zum Zug kommen (Screening), der mit Hilfe der Edinburgh-Postnatal-Depressions-Skala (EPDS) die Schwere der Erkrankung eingrenzt.

Der Psychiater oder die Psychiaterin bespricht anschliessend gemeinsam mit der Patientin die weiteren Schritte und Therapiemassnahmen.

Sind Sie unsicher, ob Sie an einer Form der peripartalen Depression leiden? Dann vereinbaren Sie einen Termin für eine Untersuchung!

Was kann man gegen eine peripartale Depression tun?

Die Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten bei Schwangerschaftsdepressionen sind je nach Schweregrad verschieden: In gewissen Fällen reicht eine ambulante Psychotherapie aus, in anderen Fällen ist zusätzlich eine medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka angebracht.

In sehr schweren Fällen, die mit Selbstmordgefahr und Realitätsverlust einhergehen, ist eine stationäre Therapie unumgänglich, damit betroffene Frauen weder sich noch ihr Kind gefährden. Am Bethesda Spital ermöglichen wir Frauen, die bei uns ihr Baby zur Welt gebracht haben und an postpartalen Depressionen leiden, einen stationären Aufenthalt zur weiteren Behandlung. Dabei arbeiten unsere beiden Kliniken Gynäkologie sowie Psychiatrie und Psychosomatik eng zusammen und sorgen so für die beste Behandlung mit viel Einfühlvermögen.
 

Sind Sie unsicher, ob Sie an einer Form der peripartalen Depression leiden? Dann vereinbaren Sie einen Termin für eine Untersuchung!

Den Babyblues kennen die meisten Mütter

40–80 % aller frischgebackenen Mütter leiden nach der Geburt am Babyblues. Die postpartale Depression trifft 13–19 % aller Frauen nach der Geburt. Viel seltener ist die postpartale Psychose, die nur bei 0,1%–0,5% der Frauen mit Baby auftritt.

Insgesamt erkranken jedes Jahr rund 12’000 Frauen in der Schweiz an einer postpartalen Depression. Aber auch Männer können im Zusammenhang mit der neuen Lebenssituation mit Übernahme von mehr Verantwortung davon betroffen sein.

Sind Sie unsicher, ob Sie an einer Form der peripartalen Depression leiden? Dann vereinbaren Sie einen Termin für eine Untersuchung!

FAQs zur peripartalen Depression

Wir haben die häufigsten Fragen rund um die peripartale Depression zusammengetragen, beantwortet von unseren medizinischen Expertinnen und Experten.

Haben Sie weitere Fragen, die Sie hier nicht beantwortet finden? Sie können uns dazu gerne kontaktieren – wir sind gerne für Sie da.

Ja, auf jeden Fall. Diese Form der Depression schlägt sehr gut auf eine Therapie an.

Ja, es gibt gute Erfahrungen mit ausgewählten Psychopharmaka, die auch während der Stillzeit unbedenklich einsetzbar sind.

Ja, das gibt es – dazu gehören z. B. eine depressive oder psychotische Störung in der Vorgeschichte, Angststörungen in der Schwangerschaft, eine traumatische Geburt, ein Schrei-Baby, ein Mangel an sozialer Unterstützung sowie chronischer Stress.

40–80 % aller frischgebackenen Mütter leiden nach der Geburt am Babyblues.
40–80 % aller frischgebackenen Mütter leiden nach der Geburt am Babyblues.
(Bethesda Spital)

Die Spezialistinnen und Spezialisten zum Thema peripartale Depression

Das Krankheitsbild peripartale Depression fällt in den Fachbereich unserer Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik. Die erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten sind gerne für Sie da – lassen Sie sich individuell von ihnen beraten, welches für Ihr Anliegen das passende Angebot der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik ist.

Ihre Vorteile im Bethesda Spital

Wir erbringen fachübergreifend Spitzenleistungen in Medizin, Pflege und Therapie, fördern Innovation und bewegen uns auf dem neusten Stand von Forschung und Technik. Persönliche Betreuung in familiärer Atmosphäre. unsere ausgezeichnete Hotellerie sowie die ruhige Lage im Park unterstützen Ihre Genesung.

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