«Typisch sind schmerzende, geschwollene oder überwärmte Gelenke, häufig begleitet von Morgensteifigkeit.»
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Stephan Gadola, Chefarzt Rheumatologie am Bethesda Spital
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13. Mai 2026
Schmerzende, geschwollene und steife Gelenke können auf eine Arthritis, also eine Entzündung der Gelenke, hinweisen. Entscheidend ist eine frühe Abklärung, um Funktion und Struktur der Gelenke zu erhalten. Zu diesem wichtigen Thema führen wir am 21. Mai ab 18 Uhr einen öffentlichen Vortrag durch. Der Eintritt ist frei.
Heute lässt sich eine Arthritis deutlich besser behandeln als noch vor 10 Jahren. Im Bethesda Spital profitieren Patientinnen und Patienten von hohem Fachwissen sowie modernen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Die Betreuung ist persönlich, und die Klinik arbeitet eng mit der Rheumaliga beider Basel zusammen, die ihren Sitz am Bethesda Spital hat.
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Stephan Gadola, Chefarzt Rheumatologie und Schmerzmedizin am Bethesda Spital sowie Präsident der Rheumaliga beider Basel, erklärt.
Prof. Stephan Gadola: Bei Arthrose ist der Grad der Entzündung viel geringer, die Symptome oft schleichend, und die Abnahme der Gelenkfunktion dauert länger. Eine Arthritis hingegen tritt oft akut auf. Typisch sind schmerzende, geschwollene oder überwärmte Gelenke, häufig begleitet von Morgensteifigkeit. Bei einer Arthritis treten oft Begleitsymptome auf, etwa rasche Erschöpfbarkeit und starke Müdigkeit
Bei Arthritis ist die Lebensqualität in der Regel schon früh deutlich eingeschränkt. Je nach betroffenen Gelenken können gewisse Arbeiten aufgrund der Schmerzen und der Steifigkeit nicht mehr richtig ausgeführt werden; auch die Mobilität kann rasch deutlich eingeschränkt sein. Je früher eine Arthritis richtig behandelt wird, desto grösser ist die Chance, dass die Lebensqualität wieder voll erreicht und strukturelle Schäden an den Gelenken vermieden werden können.
«Typisch sind schmerzende, geschwollene oder überwärmte Gelenke, häufig begleitet von Morgensteifigkeit.»
Eine sorgfältige, respektvolle und gut verständliche Abklärung. Wir nehmen Beschwerden ernst und schauen genau hin. Bei Erstabklärungen untersuchen wir zunächst, ob tatsächlich eine Arthritis – oder eine andere Ursache für Gelenkbeschwerden – vorliegt. Liegt eine Arthritis vor, besprechen und starten wir eine zielgerichtete Therapie, die auf den Typ der Arthritis und auf die betroffene Person abgestimmt ist.
Viele Patientinnen und Patienten erleben bereits wenige Tage nach Beginn der medikamentösen Therapie eine deutliche Entlastung. Eine Patientin berichtete uns kürzlich, sie habe morgens kaum mehr eine Kaffeetasse halten können. Nach der Abklärung und einer passenden Behandlung sei sie wieder beweglich und fühle sich im Alltag wieder sicher. Der Prozess der optimalen Therapieeinstellung dauert typischerweise zwischen 3 und 6 Monate, in schweren Fällen länger. Während dieser Phase sehen wir die Betroffenen regelmässig in unserer Sprechstunde und kontrollieren dabei die Aktivität der Arthritis bzw. das Ansprechen auf die Therapie sowie die Verträglichkeit der Behandlung. Ist die Therapie nach einem definierten Zeitraum nicht genügend wirksam, wird sie gemäss internationalen Guidelines angepasst – solange, bis ein für die Betroffenen gutes Resultat vorliegt. Dieses Vorgehen heisst auch «Treat-to-Target».
Eine sehr wichtige. Medizinische Behandlung ist das eine – Information, Bewegung, Alltagstipps und Austausch mit anderen Betroffenen sind das andere. Genau hier ergänzt die Rheumaliga beider Basel unsere Arbeit ideal. Gemeinsam stärken wir Patientinnen und Patienten nicht nur medizinisch, sondern auch im Umgang mit ihrer Erkrankung. Wichtig ist auch das kostenlose Angebot der Rheumaliga beider Basel, Betroffene mit Rheuma in sozialen Angelegenheiten zu beraten, etwa bei Versicherungsfragen oder bei der Beschaffung von Hilfsmitteln.
Anhaltende Gelenkbeschwerden sollten so früh wie möglich von einer Fachspezialistin oder einem Fachspezialisten untersucht werden. Schmerzende, geschwollene oder steife Gelenke können auf eine Arthritis hinweisen, die die Gelenke nachhaltig schädigen könnte. Heute gibt es moderne diagnostische und therapeutische Möglichkeiten, die Betroffenen ein normales Leben ermöglichen.