Arthrose – Gelenkverschleiss gezielt behandeln

Von Arthrose bzw. Gelenkabnutzung sind vor allem ältere Menschen betroffen: 50 % aller über 65-Jährigen leiden unter Kniearthrose, der am meisten verbreitete Form der Gelenkabnutzung. Arthrose ist zudem die häufigste Ursache von Beschwerden am Bewegungsapparat (Knochen, Gelenke und Muskelsystem). Als Folge davon haben die Betroffenen Schmerzen und können sich teilweise nur eingeschränkt bewegen. Gut zu wissen: Bewegung hilft und lindert in vielen Fällen die Schmerzen.

Das Risiko, an Arthrose zu erkranken, steigt mit dem Alter.
Das Risiko, an Arthrose zu erkranken, steigt mit dem Alter.
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Arthrose entsteht, wenn Knochen auf Knochen reiben

Typischerweise leiden vor allem ältere Menschen unter Arthrose. Dies erstaunt wenig, denn deren Gelenke sind schlicht älter und die Gelenkknorpel dementsprechend mehr «verschlissen» – ein absolut natürlicher Prozess. In einem gesunden Gelenk schützt der Gelenkknorpel die Knochen. Ist diese Knorpelschicht aber sehr dünn, reiben Knochen auf Knochen. Das verursacht Schmerzen und schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Zu Beginn treten bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen auf, die sich im Verlauf des Tages verstärken. Typisch für die Arthrose ist der sogenannte Anlaufschmerz.

Von Arthrose sind in der Schweiz sehr viele Menschen betroffen. Sie kann in allen Gelenken auftreten, am häufigsten aber in den Knien, in der Hüfte und in den Fingern. Für die westeuropäische Bevölkerung im Alter zwischen 40 und 75 Jahren schätzt man für die Kniearthrose eine Häufigkeit zwischen 5 und 7,5 %. Der Auslöser für Arthrose ist sehr unterschiedlich. Die Krankheit ist kein rein mechanisches Problem, sondern kann auch von genetischen Faktoren abhängen oder vom Lifestyle. Das wiederum ist positiv: Bewegung ist Therapie und Prävention zugleich, Übergewicht kann man abbauen, Rauchen stoppen und auf eine ausgewogene Ernährung lässt sich achten.

Wichtig zu Wissen

Erfahren Sie hier alles Wesentliche über die Arthrose und informieren Sie sich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei uns.

Arthrose löst verschiedene Arten von Schmerz aus

Die Symptome von Arthrose sind vielfältig: Zu Beginn treten aufgrund der Abnützung der Gelenke bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen auf, die sich im Verlauf des Tages verstärken. Typisch für die Arthrose ist der Anlaufschmerz, welcher etwa morgens oder nach einer Ruhephase auftritt. Bei gleichmässiger Bewegung verschwindet er; nimmt aber die Belastung zu, verstärkt er sich als Ermüdungsschmerz, z. B. auch nach längerem Stehen. Auch Schmerzen in Ruhe und nachts können die Lebensqualität beeinträchtigen.

Bei Personen, die schon länger an Arthrose leiden, können selbst bei geringen Belastungen Reizzustände mit Schwellung und Überwärmung vorkommen. Ist die Arthrose in gewichttragenden Gelenken, also Knie-, Hüft- und Fussgelenke, fühlen sich Betroffene auch beim Gehen unsicher.

Schmerzen sind das eine, Steifheitsgefühle und Bewegungseinschränkungen das andere. Arthrose in den Fingern beeinträchtigt häufig die Feinmotorik und führt zu Krafteinbussen in den Händen.

Sind Sie unsicher, ob Sie an Arthrose leiden? Dann vereinbaren Sie einen Termin für eine Untersuchung!

Wünschen Sie eine medizinische Abklärung? So kontaktieren Sie bitte unser Blasen- und Beckenbodenzentrum.

Haben Sie Arthrose?

Im Normalfall reicht ein ausführliches Gespräch über die auftretenden Beschwerden (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung, um die Diagnose zu stellen. Oft erscheint das betroffene Gelenk vergröbert und man kann sich nur eingeschränkt und unter Schmerzen bewegen. Dies ist vor allem bei fortgeschrittenen Stadien der Fall.

Bei Reizzuständen kann das Gelenk geschwollen und überwärmt sein. Um sicherzugehen, dass es sich um eine Arthrose handelt, wird ein Röntgenbild erstellt. Dieses zeigt das Ausmass der arthrotischen Veränderungen an. Eine Magnetresonanzuntersuchung (MRT) ist selten nötig, um die Diagnose zu sichern. Allerdings kann sie zur Abgrenzung von anderen Krankheitsbildern (z. B. Meniskusläsionen im Knie) sinnvoll sein, ebenso bei jüngeren, sportlichen Patienten, bei denen ein gelenkerhaltender Eingriff diskutiert wird (z. B. Knorpelplastik).

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Was kann man gegen Arthrose tun?


Mit konservativen Methoden Schmerzen lindern

Leider lässt sich Arthrose nicht heilen, jedoch können Patientinnen und Patienten ihre Beschwerden durch die richtige Therapie sehr stark minimieren. Das Allerwichtigste zur Behandlung der Arthrose ist regelmässige Bewegung: Bewegung versorgt die Gelenke mit Nährstoffen, lässt die Gelenkflüssigkeit zirkulieren und erhält und verbessert Muskelkraft, Stabilität und Beweglichkeit. Bei Einschränkungen hilft Physiotherapie den Teufelskreis von Schmerzen – Schonung – Versteifung – Muskelschwäche zu durchbrechen. Durch gezielte Mobilisation und mittels Wärme, Kälte, Strom und Stosswellen werden Schmerzen gelindert und Muskelverspannungen gelöst.

Zudem gibt es weitere Hilfsmittel, die den Alltag und die Mobilität erleichtern. Sind Knie und Füsse betroffen, wirken auch korrigierende Schuhsohlen und -einlagen entlastend. Ihr Arzt wird Ihnen zudem empfehlen, Ihren Lebensstil zu ändern: Gewicht verlieren, mit dem Rauchen aufhören oder eine ausgewogenere Ernährung.
 

Medikamentöse Behandlung bei Arthrose

Helfen auch die physiotherapeutischen Massnahmen nicht gegen die Schmerzen, kann man zu Medikamenten greifen. Zum Beispiel Paracetamol bzw. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. Kortison kann direkt ins Gelenk gespritzt werden und so die Beschwerden über eine gewisse Zeit lindern. Dies empfiehlt sich allerdings nur, wenn das Arthrosegelenk stark gereizt und geschwollen ist.

Weitere Behandlungsmethoden sind Hyaluronsäure, künstliche «Gelenkschmiere», die Schmerzen über mehrere Monate lindern kann, oder Injektionen mit Eigenblutpräparaten. Sehr gut verträglich sind Präparate, die den Knorpel mit den schützenden Substanzen Chondroitin oder Glucosamin versorgen, sogenannte Chondroprotektiva. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie gerne ausführlich zu allen möglichen Behandlungsmethoden am Bethesda Spital.

Ihr Vorteil am Bethesda Spital: Wenn alle konservativen Therapien ausgeschöpft sind, können Sie sich von unseren chirurgischen Kollegen beurteilen und allenfalls operieren lassen – alles unter einem Dach.

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25% haben im Alter Beschwerden

Das Risiko, an Arthrose zu erkranken, steigt mit dem Alter. Frauen ab 50 Jahren sind etwas früher betroffen, im höheren Alter wird der Geschlechtsunterschied kleiner. Mit 80 Jahren haben alle Menschen arthrotische Veränderungen, aber nur ein Viertel leidet auch an Beschwerden.

Bei jüngeren Menschen können durch Abnutzung oder Überbelastung verursachte (degenerative) Gelenkveränderungen auch bei Sportverletzungen oder bei hohen körperlichen Belastungen vorkommen.

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FAQs zur Arthrose

Wir haben die häufigsten Fragen rund um Arthrose zusammengetragen, beantwortet von unseren medizinischen Expertinnen und Experten.

Haben Sie weitere Fragen, die Sie hier nicht beantwortet finden? Sie können uns dazu gerne kontaktieren – wir sind gerne für Sie da.

Eine spezifische «Arthrose-Diät» gibt es nicht. Es ist aber wichtig, mit einer ausgewogenen Ernährung Mangelzustände und Übergewicht zu vermeiden. Letzteres ist der wichtigste Risikofaktor für das Fortschreiten einer Knie- bzw. einer Hüftgelenksarthrose.

Eine Operation hängt stark von der persönlichen Situation des Betroffenen, seinem subjektiven Leidensdruck, den Funktionseinschränkungen und den individuellen Ansprüchen an die Mobilität bzw. sportliche Aktivitäten ab. In Frühstadien der Arthrose und bei Fehlstellungen können mit dem Orthopäden Korrekturoperationen diskutiert werden.

Es handelt sich dabei um einen komplexen und bisher auch nicht gänzlich verstandenen Vorgang. Die individuelle Veranlagung («Vererbung»), frühere Gelenkverletzungen, hohe spezifische Belastungen (z. B. bei gewissen sportlichen oder arbeitsspezifischen Tätigkeiten), Übergewicht bzw. entzündlich rheumatische Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Gicht u. a.) sind Risikofaktoren bei der Entstehung und Fortschreiten der Erkrankung.

Die erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten im Bethesda Spital unterstützen Sie gerne.
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Die Spezialistinnen und Spezialisten zum Thema Arthrose

Das Krankheitsbild Arthrose fällt in den Fachbereich unserer Rheumatologie / Schmerzmedizin. Die erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten sind gerne für Sie da – lassen Sie sich individuell von ihnen beraten, welches für Ihr Anliegen das passende Angebot ist.

Ihre Vorteile im Bethesda Spital

Wir erbringen fachübergreifend Spitzenleistungen in Medizin, Pflege und Therapie, fördern Innovation und bewegen uns auf dem neusten Stand von Forschung und Technik. Persönliche Betreuung in familiärer Atmosphäre. unsere ausgezeichnete Hotellerie sowie die ruhige Lage im Park unterstützen Ihre Genesung.

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