Spinalkanalstenose – Einengung des Wirbelkanals

Im Innern unserer Wirbelsäule verläuft das Rückenmark durch einen durch die Wirbel gebildeten Kanal. Wenn dieser Spinalkanal im Lendenwirbelbereich verengt ist, drückt er auf die sich dort befindenden Spinalnerven – man spricht dann von einer Spinalkanalstenose. Die Verengung geschieht meistens im fortgeschrittenen Alter und führt zu Rückenschmerzen, die bis in die Beine ausstrahlen und dort Lähmungsgefühle auslösen können. Unsere Spezialisten und Spezialistinnen der Klinik für Rheuma und Schmerz sowie der Wirbelsäulenchirurgie stehen Ihnen bei Spinalkanalstenose mit vereintem Wissen zu Seite und behandeln Sie ganzheitlich.

Die Spinalkanalstenose ist eines der häufigsten Rückenleiden und tritt gehäuft bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr auf.
Die Spinalkanalstenose ist eines der häufigsten Rückenleiden und tritt gehäuft bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr auf.
(Shutterstock)

Wenn der Spinalkanal sich verengt


Was ist eine Lumbale Spinalkanalstenose?

Unsere Wirbelsäule ist ein komplexes und sehr bewegliches Stützorgan aus Wirbeln, Bandscheiben und Facettengelenken. Die Spinalnerven, aus denen sich unter anderem der Ischiasnerv zusammensetzt, befinden sich im Bereich der Lendenwirbelsäule. Dieser beweglichste Teil der Wirbelsäule nutzt sich oft am schnellsten ab: Durch eine Verdickung der Bänder, durch Arthrosen der kleinen Wirbelgelenke, durch Bandscheibenvorwölbungen und durch vermehrte Beweglichkeit in einem Wirbelkörpersegment engt sich so der Spinalkanal zunehmend ein. Dadurch werden die Nerven, die vom Gehirn über die Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule bis in den Sakralbereich im Spinalkanal laufen, zusammengedrückt, was zu Schmerzen im Rücken und den Beinen mit zusätzlichen Lähmungserscheinungen führt.

Wichtig zu Wissen

Erfahren Sie hier alles Wesentliche über die Spinalkanalstenose und informieren Sie sich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei uns.

Gehen wird zum Problem

Die Symptome einer Spinalkanalstenose können ganz unterschiedlich sein und sind zu Beginn oft unspezifisch: Die Krankheit beginnt häufig mit einem Ziehen entlang der Rückseite der Beine oder einem Müdigkeitsgefühl in den Beinen beim Gehen, das mit zunehmender Strecke stärker wird.

Dazu kommen Schmerzen im unteren Rücken mit Ausstrahlungen ins Gesäss und in die Beine.  Auch Taubheitsgefühle und Ameisenkribbeln in den Beinen sind typisch. Die Gehstrecke der Betroffenen verkürzt sich stetig. Oft wird das Gehen nach kurzem Stehenbleiben, Hinsetzen oder Nach-vorne-Beugen wieder besser und es kann ein Stück weitergegangen werden.

Velofahren ist oft einfacher als Gehen und Sitzen angenehmer als Stehen. Auch beim Liegen können Schmerzen auftreten.

Werden nur einzelne Nerven im Spinalkanal zusammengedrückt, sind die Symptome spezifischer: Dies kann sich durch Kraftverlust in einem Muskel oder eine veränderte Empfindlichkeit der Haut in einem bestimmten Areal äussern.

Wünschen Sie eine medizinische Abklärung? So kontaktieren Sie bitte unser Blasen- und Beckenbodenzentrum.

Wie erkennt man eine Verengung des Wirbelkanals?

Den Anfang der Diagnose machen eine ausführliche Befragung (Anamnese) sowie eine körperliche Untersuchung der Patientin oder des Patienten.

Die beste Lösung bei Verdacht auf Spinalkanalstenose ist eine Bildgebung mittels Magnetresonanztomografie (MRI). Falls das nicht möglich ist, sollte eine Computertomografie (CT-Myelografie) durchgeführt werden. Das MRI bzw. CT zeigt die Verengung des Spinalkanals sehr eindeutig und gibt Aufschluss, ob die Verengung eher zentral oder aussen im Bereich der abgehenden Nerven liegt. So wird auch eine Beurteilung der Bänder, Bandscheiben und kleinen Wirbelgelenke möglich. Bei Letzteren gilt es abzuklären, ob eine Arthrose mit knöchernen Anbauten besteht.

Zusätzlich wird immer auch ein stehendes Röntgenbild von der Patientin oder dem Patienten gemacht, um eine allfällige zusätzliche Instabilität zu erfassen und in die Behandlungsplanung mit einzubeziehen.

Erst wenn all diese Schritte ausgeführt wurden, wird ein ausführliches Behandlungskonzept erstellt. Das gesamte Spektrum der zur Abklärung der Spinalkanalstenose nötigen Untersuchungen und Abklärungen ist im Bethesda Spital vorhanden – Sie befinden sich bei uns in besten Händen.

Was kann man gegen Arthritis tun?

Das Bethesda Spital bietet als Behandlungsoptionen zunächst Physiotherapie sowie interventionelle Schmerztherapie an. Zu Letzteren zählen infiltrative Massnahmen, bei denen Cortison direkt in den Spinalkanal gegeben wird. Dies findet in Verbindung mit Lokalanästhetika und unter bildgebender Kontrolle (epidurale Stereoidinjektion) statt. Die Schmerzmedizinerinnen bzw. -mediziner der Rheumatologie führen diese Schritte behutsam und mit viel Erfahrung durch.

Zusätzlich erfolgt eine stufenweise medikamentöse Schmerzbehandlung, welche die Betroffenen befähigt, im Alltag auch mit stärker werdenden Schmerzen gut zurechtzukommen. Durch die sehr gute interdisziplinäre Zusammenarbeit wird zum Teil auch die Neurologie zur elektrophysiologischen Nerven-/Muskeltestung mit einbezogen. Auch die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ist für Betroffene da, wenn ihnen die Schmerzen mental zu schaffen machen.

Schreitet die Erkrankung jedoch fort, ist es Zeit, sich mit einer Operation auseinanderzusetzen und sich in die Hände der Wirbelsäulenchirurgie am Bethesda Spital zu begeben.
 

Sind Sie unsicher, ob Sie an einer Spinalkanalstenose leiden? Dann vereinbaren Sie einen Termin für eine Untersuchung!

Was kann man gegen Arthritis tun?

Bei einer Einengung des Spinalkanals, die nicht zurückgeht oder sogar fortschreitet, ist eine definitive und nachhaltige Lösung nur mit einer Operation zu erreichen, die den Wirbelkanal wieder erweitert. Hierzu erfolgt eine sogenannte «mikrochirurgische Dekompression»: Die Spezialistinnen und Spezialisten der Wirbelsäulenchirurgie befreien bei dieser minimalinvasiven Operation (Schlüsselloch-Chirurgie) die Spinalnerven von dem umliegenden Gewebe, das sie zusammendrückt.

Falls eine zusätzliche Instabilität vorliegt, werden die umliegenden Wirbel mit Schrauben stabilisiert, damit sich die Spinalkanalstenose nicht wieder an derselben Stelle entwickelt. Patientinnen und Patienten werden durch dieses Verfahren nur minimal in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Falls eine Reha nötig wird, kann diese direkt inhouse in der betreffenden Abteilung durchgeführt werden.

Das Bethesda Spital bietet für Spinalkanalstenose-Operationen modernste Methoden an – dazu gehören konservative Behandlungsmethoden, aber auch die Mikrochirurgie (minimalinvasives Verfahren), computergestützte Navigation für Implantate und modernste Narkosetechniken. Von der ersten Sprechstunden an, während des gesamten Behandlungsverlaufs und auch in der Nachsorge werden Patientinnen und Patienten durch die die behandelnde Operateurin bzw. den behandelnden Operateur der Wirbelsäulenchirurgie betreut.

Sind Sie unsicher, ob Sie an einer Spinalkanalstenose leiden? Dann vereinbaren Sie einen Termin für eine Untersuchung!

Häufigster Grund für eine Rücken-OP im Alter

Die Spinalkanalstenose ist eines der häufigsten Rückenleiden. Es sind etwas mehr Frauen als Männer betroffen. Die Spinalkanalstenose tritt gehäuft bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr auf.
 

FAQs zur Spinalkanalstenose

Wir haben die häufigsten Fragen rund um Spinalkanalstenose zusammengetragen, beantwortet von unseren medizinischen Expertinnen und Experten.

Haben Sie weitere Fragen, die Sie hier nicht beantwortet finden? Sie können uns dazu gerne kontaktieren – wir sind gerne für Sie da.

Ein ziehender Schmerz auf der Rückseite des Gesässes und/oder der Beine, der beim Gehen kontinuierlich zunimmt, kann ein Erstsymptom einer Spinalkanalstenose im Lendenbereich sein. Auch das Abklingen des Schmerzes in sitzender, eventuell leicht nach vorne gebeugter Position kann auf eine Spinalkanalstenose hindeuten.

Wenn sich die Beschwerden durch nicht-operative Massnahmen nach einer gewissen Zeit nicht verbessern lassen, ist eine Operation zur Erweiterung des Spinalkanals angebracht. So wird «Platz geschaffen» – die Methode ist sehr erfolgreich und führt fast immer zu einer deutlichen Schmerzreduktion. Häufig sind die operativen Eingriffe sehr gezielt und eher klein – nur bei Wirbelgleiten (s. weiter unten) ist die OP etwas komplexer.

Vor allem die Schmerzen lassen sich mit gezielter Physiotherapie und medikamentöser Behandlung in den meisten Fällen gut in den Griff bekommen. Obwohl bei einem Drittel der Betroffenen die Symptome wieder verschwinden, ist oft nicht absehbar, ob die Spinalkanalstenose fortschreitet – wichtig ist, sich frühzeitig für eine Operation zu entscheiden, wenn die Beschwerden zunehmen.

Die Spinalkanalstenose ist eine fortschreitende Erkrankung. Im Gegensatz zur Diskushernie, die sehr wohl ohne Operation ausheilen kann, nimmt die Verengung des Spinalkanals grundsätzlich immer weiter zu.

Je enger der Spinalkanal wird, desto grösser auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schwäche in den Beinen auftreten kann. Allerdings tritt diese in der Regel schleichend auf und ist im Anfangsstadium – in der Regel – nach der Operation reversibel. Wenn Sie also unsicher sind und noch etwas zuwarten möchten, ist das in der Regel medizinisch vertretbar. Sobald aber Lähmungserscheinungen auftreten, sollten Sie sich zeitnah nochmals von uns hinsichtlich einer Operation beraten lassen.

Ob neben der immer durchzuführenden Entlastung des Spinalkanals (mikrochirurgische Dekompression) auch eine Versteifung mit Schrauben und Stäben durchgeführt werden sollte, ist individuell zu entscheiden. In vielen Fällen reicht die Dekompression vollkommen aus, vor allem bei eher kleinen Eingriffen.

Liegt aber zusätzlich zur Einengung auch eine Instabilität vor (z. B. ein Wirbelgleiten), würde die alleinige Entlastung des Spinalkanals diese noch verstärken und rasch zu einer erneuten Einengung führen. Daher analysieren wir vor der Operation sehr genau, ob eine zusätzliche Stabilisation notwendig ist und besprechen ausführlich mit Ihnen, welche Vor- und Nachteile daraus für Sie entstehen.

Die erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten im Bethesda Spital unterstützen Sie gerne.
Die erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten im Bethesda Spital unterstützen Sie gerne.

Die Spezialistinnen und Spezialisten zum Thema Spinalkanalstenose

Das Krankheitsbild Spinalkanalstenose fällt in den Fachbereich unserer Klinik für Wirbelsäulenchirurgie sowie der Klinik für Rheumatologie & Schmerzmedizin. Die erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten sind gerne für Sie da – lassen Sie sich individuell von ihnen beraten, welches für Ihr Anliegen das passende Angebot ist.

Ihre Vorteile im Bethesda Spital

Wir erbringen fachübergreifend Spitzenleistungen in Medizin, Pflege und Therapie, fördern Innovation und bewegen uns auf dem neusten Stand von Forschung und Technik. Persönliche Betreuung in familiärer Atmosphäre. unsere ausgezeichnete Hotellerie sowie die ruhige Lage im Park unterstützen Ihre Genesung.

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Ihre Vorteile

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