Die Aufgabe einer Hebamme lässt sich zusammenfassend so erklären: Eine Hebamme sorgt sich während der Schwangerschaft, der Geburt, dem Wochenbett und der Stillzeit fachkompetent um die Gesundheit von Mutter und Kind. Welche Aufgaben eine Hebamme abdeckte, möchten wir in diesem Blogbeitrag aufzeigen.

Während eine Hebamme in früheren Zeiten bei einer Familie aufgrund von mehreren Geburten in einem Haushalt ein öfter gesehener Gast war, bringen die meisten Frauen heutzutage eher weniger Kinder zur Welt. Die besondere Zeit des "Elternwerdens" ist deshalb je länger je mehr zu etwas ganz besonderem geworden. In dieser besonderen Zeit lassen sich immer mehr Frauen durch eine Hebamme betreuen. Die Hebamme wird in dieser wundervollen Zeit zu einer Bezugs-und Vertrauensperson rund um die Schwangerschaft, der Geburt und der Zeit im Wochenbett.

Viele Erstgebärende wissen jedoch nicht so ganz genau, was eine Hebamme genau tut und wer nun die richtige Ansprechpartnerin für Fragen rund um die Schwangerschaft, Geburt und Wochenbettzeit ist. Wir möchten euch deshalb mehr zu uns und unseren Aufgaben erzählen.

Wie ist eine Hebamme ausgebildet und qualifiziert?
Hebammen werden in einem Bachelorstudium an der Fachhochschule in verschiedenen Grundlagenfächer unterrichtet. In Praktika im klinischen und ausserklinischen Arbeitsfeld erlangen sie die praktischen Fähigkeiten für den Hebammenberuf.

So vermittelt das Hebammenstudium praktisches, theoretisches und wissenschaftliches Fachwissen rund um die Themen Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit.

Das Vollzeitstudium dauert je nach Vorbildung 2 – 4 Jahre.

Hebammen bilden sich stetig weiter um die Qualität ihrer Arbeit zu gewährleisten. Somit haben die allermeisten Hebammen Zusatzqualifikationen in weiteren Bereichen der Geburtshilfe. Beispielsweise in

  • Traditioneller Hebammenkunst
  • Aromatherapie
  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Babymassage
  • Manualtherapie
  • Geburtsvorbereitung
  • Rückbildung-und Beckenbodengymnastik
  • Stillberatung und vielen anderen Gebieten.

Was sind die Aufgaben einer Hebamme?

Beratung und Vorsorge
Während der Schwangerschaft beantwortet Ihre Hebammen Ihre Fragen und gibt Tipps zu beispielsweise folgenden Themen:

  • Lebensweise der werdenden Mutter
  • Bewegung und Ernährung während der Schwangerschaft
  • Vor- und Nachteile möglicher Geburtsorte (zu Hause, Klinik, Geburtshaus)
  • Ablauf der Geburt
  • Ablauf der Wochenbettzeit
  • Partnerschaft und Sexualität

Ein ganz wichtiger Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der medizinischen Betreuung der werdenden Mutter und ihrem ungeborenen Kind. Die Hebamme händigt den Mutterpass aus und trägt folgende Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen in den Pass ein:

  • Gewicht der Schwangeren und des Ungeborenen
  • Blutdruck
  • Blut- und Urinwerte
  • Lage, Wachstum und Grösse des ungeborenen Kindes
  • Herztöne
  • Körperliche Veränderung der Schwangeren

Bei Anzeichen auf Abweichungen von der gesunden Schwangerschaft, überweist die Hebamme die Schwangere an eine Gynäkologin / einen Gynäkologen oder eine spezialisierte Fachärztin und betreut die Schwangere in Zusammenarbeit weiter. Im Haus der Geburt kann auf Wunsch einfach und unkompliziert eine Fachärztin oder einen Facharzt des Bethesda Spitals miteinbezogen werden.

In den meisten Fällen verläuft eine Schwangerschaft jedoch ohne Komplikationen. Dann kann die Hebamme alle gesetzlich empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen, inklusive Laboruntersuchungen ohne Unterstützung durchführen. Einzig die Ultraschalluntersuchungen müssen von einer speziell qualifizierten Ärztin oder einem Arzt vorgenommen werden.

Geburtsvorbereitung und Geburt
Viele Hebammen haben ihr Aufgabengebiet ausgedehnt und bieten neben der reinen Vorsorge, der Geburtsbegleitung und der Wochenbettbetreuung weitere Angebote an. Im Haus der Geburt bieten wir zur Geburtsvorbereitung folgendes an:

  • Kurse zur Geburtsvorbereitung (hier finden Sie unsere umfangreichen Angebote)
  • Akupunktur
  • Gesprächsrunden, zu denen sich unter Anwesenheit der Hebamme werdende Mütter treffen, austauschen und Fragen stellen können.
  • Wir sprechen verschiedene Sprachen

Wochenbett und Stillzeit
Direkt nach der Geburt überwacht die Hebamme den Gesundheitszustand der jungen Mutter und des Neugeborenen. Sie ergreift die notwendigen Massnahmen wenn etwas nicht regelrecht verläuft und unterstützt die Bindung des Neugeborenen mit seinen Eltern (Bonding).

Im anschliessenden Wochenbett überwacht die Hebamme die Vitalzeichen, die Rückbildung der Gebärmutter, den Heilungsprozess etwaiger Verletzungen am Damm und die Brust der Wöchnerin.

Vor allem auch gefragt sind unsere Hebammen während der ersten Tage nach der Geburt. Die Hebamme hilft bei der Pflege des Babys und beim Anlegen und Stillen. 

Was zahlt die Krankenkasse?
In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen folgende Leistungen:

  • 7 Vorsorgeuntersuchungen bei der Hebamme und oder Arzt
  • 3 Ultraschalluntersuchungen
  • CHF 150.- an einen Kurs zur Geburtsvorbereitung
  • Geburt
  • 16 Wochenbettbesuche durch die Hebamme bei Erstgebärenden, 10 Besuche bei Mehrgebärenden
  • 3 Stillberatungen in der gesamten Stillzeit
 
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